Traumainformierte Kulturarbeit im Alpenraum
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen von kollektiver und transgenerationaler Traumatisierung im Alpenraum.
Durch künstlerische Forschung, partizipative Formate und öffentliche Dialoge werden verdrängte oder unausgesprochene Themen sichtbar, erfahrbar und in gemeinschaftlichen Kontext gestellt.
Soziale Verantwortung fördern
Der Verein möchte zu einer Kultur beitragen, in der gegenseitige Wahrnehmung und Verantwortung als gesellschaftliche Werte gestärkt werden.
Regionale Verwurzelung und Vernetzung
Die Aktivitäten des Vereins gehen von Osttirol aus und sind mit dem alpinen Lebensraum verbunden.
Durch Kooperationen mit Künstler*innen, Kulturinitiativen, Gemeinden und Bildungseinrichtungen werden regionale Impulse gesetzt, die zugleich überregional vernetzt und geteilt werden.
Forschung, Bildung und Publikation
Der Verein fördert und dokumentiert künstlerische, dialogische und wissenschaftlich-kulturelle Projekte.
Er organisiert Veranstaltungen, Ausstellungen, Dialogrunden, Performances, Lesungen, Workshops, Publikationen und Diskursformate, die zum Verständnis gesellschaftlicher Prozesse beitragen.
Die Projekte von Kunst & Sein entstehen an der Schnittstelle von Kunst, sozialer Plastik und kultureller Forschung.
Sie nehmen aktuelle und historische Themen im Alpenraum auf – insbesondere Fragen von Zugehörigkeit, Identität, Heimat und Erinnerung – und übersetzen sie in erfahrbare, dialogische Kunsträume.
Dialogische Kunst und Spieltische
Unter dem Begriff dialogische Kunst entwickelt der Verein Formate, die Begegnung und Gespräch im öffentlichen Raum ermöglichen.
Dazu gehören die sogenannten Spieltische – geplante oder spontane Gesprächsformate an öffentlichen Orten.
Ausgangspunkt können Themen wie Heimat, Geschlecht, Zusammenleben oder kollektive Erinnerung sein.
Performative und partizipative Formate
Neben kleineren Begegnungsräumen entstehen größere künstlerische Formate, in denen gesellschaftliche Themen künstlerisch erforscht und sichtbar gemacht werden: Interaktive Installationen oder Stationen (z. B. Präsent mit dir), Bühnenstücke, Workshops und partizipative Experimente, Lesungen die ev. auch die Wort, Klang und Bewegung verbinden können. Die Kunst des Feierns – als Ausdruck von Gemeinschaft, Würdigung und Lebendigkeit.
Regionale und transalpine Perspektive
Die Projekte wurzeln in Osttirol und entfalten sich in Kooperation mit Initiativen und Künstler*innen aus Südtirol, Trentino und Nordtirol. In dieser kulturellen und sprachlichen Übergangszone entstehen neue Perspektiven auf das, was Heimat, Geschichte und Gegenwart im Alpenraum bedeuten können.
Kollektives Gedächtnis im Alpenraum
Der Verein widmet sich den Spuren des kollektiven Traumas im Alpenraum: dem Schweigen über Vergangenes, dem Nicht-Fühlen als Schutz und den Prägungen, die bis heute wirksam sind.
Rollenbilder und Gleichstellung
Wir setzen uns mit patriarchalen Mustern auseinander – von alten Männlichkeitsidealen, die Stärke nur in Muskeln sehen, bis hin zu Strukturen, die Gleichstellung von Frauen verhindern. Kunst macht sichtbar, was oft verborgen bleibt, und eröffnet Räume für neue Formen von Miteinander.
Angst vor dem Fremden und Polarisierung
Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und gesellschaftliche Spaltungen sind Themen, die wir in unseren Projekten aufgreifen. Auch die Nachwirkungen der Covid-Zeit – mit Traumatisierungen und verhärteten Fronten – werden künstlerisch bearbeitet, um Dialogräume neu zu öffnen.
Ausgrenzung und Vielfalt
Unterschiedlichkeiten – ob sichtbar oder unsichtbar, gewählt oder gegeben – werden oft zum Anlass für Abwertung, Spott oder Mobbing. Wir stellen dem die Frage entgegen: Wie können wir die Schönheit des Herzens sehen, anstatt Menschen in Schubladen zu stecken?
Gesundes Aufwachsen von Kindern
Kinder wachsen inmitten gesellschaftlicher Muster auf. Dazu gehört auch der präsente Gesellschaftsalkoholismus, das Schweigen über Vergangenes und die Weitergabe unausgesprochener Konflikte. Unsere künstlerischen Impulse laden dazu ein, auf diese Prägungen bewusst hinzuschauen und neue Wege des Aufwachsens zu eröffnen.
Eldership und Sprache der Generationen
Mit zunehmendem Alter droht Unsichtbarkeit. Ältere Menschen begegnen sprachlichen und digitalen Hürden, die sie ausgrenzen. Gleichzeitig bringen sie wertvolle Erfahrungen mit. Kunst schafft Brücken zwischen den Generationen – und lädt zum respektvollen Dialog ein.
Heimat und Zugehörigkeit
Heimat kann Geborgenheit schenken, aber auch Enge erzeugen. Sie ist vielschichtig, widersprüchlich, voller Erinnerungen. Unsere Arbeit macht diese Ambivalenz sichtbar und öffnet einen Raum, in dem Heimat als Ressource erfahrbar werden kann.
Schweigen und Sprache
Schweigen schützt, aber es kann auch trennen. Kunst kann feinfühlig dazu beitragen, Schweigen in Sprache und Erstarrung in Bewegung zu verwandeln.
Feierkultur
Feiern ist tief im Leben verankert – und doch oft mit Alkohol und Betäubung verbunden. Wir erforschen die gesunde Kraft des Feierns: Rituale, Musik, Tanz und Begegnung als heilsame Formen von Gemeinschaft, Lebendigkeit und Wandlung.
Karoline Wibmer
Gründerin und künstlerische Leitung von Kunst & Sein
Sie arbeitet als Kultur- und Kunstschaffende im Feld dialogischer und partizipativer Formate. In ihren Projekten schafft sie Begegnungsräume, in denen gesellschaftliche Themen im Alpenraum sichtbar werden und gemeinsam verhandelt werden können.
Wolfgang Retter
Je nach Projekt arbeiten wir mit unterschiedlichen Menschen zusammen. Und Danke an unsere ehrenamtlichen UnterstützerInnen!
Unsere Projekte entstehen in Kooperation mit Künstlerinnen, Musikerinnen, Wissenschaftler*innen und Menschen aus unterschiedlichen Lebensfeldern. Dieses Netzwerk wächst mit jedem neuen Vorhaben.
Seit 2018 arbeitet Karoline Wibmer in unterschiedlichen Kunstprojekten und ist bis heute in enger Zusammenarbeit mit Künstler:innen wie Teresa Distelberger und Simon Mayer. Diese Kooperationen sind nicht nur gemeinsame Projekte, sondern auch Schule und Forschungsfeld – Orte, an denen künstlerisches Arbeiten, Forschen und persönliches Wachsen ineinander übergehen.
Mit Teresa Distelberger arbeitet Karoline in unterschiedlichen Kontexten, vor allem im Bereich der dialogischen Kunst. Gemeinsam erforschen sie, wie Menschen in partizipativen Settings miteinander ins Gespräch kommen können – über Themen, die berühren, irritieren oder herausfordern.

Mit Simon Mayer verbindet Karoline das gemeinsame Forschen an "being moved" in seinen vielen Facetten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kunst des Feierns: wie unterschiedliche Gruppen in einem gemeinsamen Ritual von Musik, Tanz und Begegnung zusammenfinden und neue Formen von Gemeinschaft erfahren können.
Diese Kooperationen mit Teresa Distelberger und Simon Mayer bilden einen wesentlichen Hintergrund und Resonanzraum für die Arbeit von Karoline Wibmer. Die Erfahrungen und Forschungen aus diesen langjährigen Zusammenarbeiten fließen direkt in die Projekte des Vereins Kunst & Sein ein – als Fortführung, Verdichtung und Erweiterung dieser lebendigen künstlerischen Praxis.
Verein für Kunst, Kultur & Achtsamkeit
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